Abmahnung durch KuW-Rechtsanwälte
Erstellt von buhacont am Freitag 26. Februar 2010
Soeben habe ich folgende eMail mit dem Betreff “KLAGE GEGEN: Herr XXXXXX” erhalten.
kuw Rechtsanwälte – Postfach 10 03 27 – 93003 Regensburg
Herr XXXXXXXXXXXMein Zeichen: W-85124752-224
Bitte immer angebenKlage wegen Urheberrechtsverletzung pornografischen Materials Forderungs- und Vollstreckungsabteilung
Bürozeiten
Mo – Do 10.00 – 16.00 Uhr
Fr 10.00 – 12.00 Uhr
E-Mail anti-piracy@kanzlei-knil.deRegensburg, den 25.02.2010
Sehr geehrter(e) Herr XXXXXXXXX,
in obiger Angelegenheit zeigen wir die anwaltliche Vertretung und Interessenwahrung der Firma Videorama GmbH, Münchener Str. 63, 45145 Essen, an.
Gegenstand unserer Beauftragung ist eine von Ihrem Internetanschluß aus im sogenannten Peer-to-Peer-Netzwerk begangene Urheberrechtsverletzung an Werken unseres Mandanten. Unser Mandant ist Inhaber der ausschließlichen Nutzungs- und Verwertungsrechte im Sinne der §§ 15ff UrhG bzw. § 31 UrhG an diesen Werken, bei denen es sich um geschützte Werke gemäß § 2 Abs 1 Nr. 1 UrhG handelt.
I. Durch das Herunterladen urherberrechtlich geschützer Werke haben sie sich laut § 106 Abs 1 UrhG i.V. mit §§ 15,17,19 Abs. 2 pp UrhG nachweislich strafbar gemacht.
1. Unsere Mandantschaft arbeitet mit einem Antipiracy-Unternehmen zusammen, das die einschlägigen Tauschbörsen im Internet technisch beobachtet und die IP-Adresse von Verletzern feststellt und dokumentiert. Für ihren Anschluss sind mehrere Downloads von pornografischen Videomaterial und musikalischen Werken dokumentiert worden.
2. Aufgrund dieser Daten wurde bei der zuständigen Staatsanwaltschaft am Firmensitz unseres Mandanten Strafanzeige gegen sie gestellt. Die Staatsanwaltschaft hat hierauf ihren Provider, welcher sich aus der IP-Adresse erkennen lässt, aufgefordert, den der festgestellten IP-Adresse zugehörigen Telefon-/Internetanschluss mitzuteilen. Durch Akteneinsicht in die staatsanwaltliche Ermittlungsakte sind wir an folgende Daten gelangt:
Herr XXXXXXXXXX
XXXXXXXXXXXXXX [hier stand eine eMail-Adresse]
3. Wir möchten Sie darauf hinweisen das die Staatsanwaltschaft Essen großes Interesse daran hat, jeden Nutzer gerade bei pornografischen Material und musikalischen Werken genau zu überprüfen. Wir sind deshalb verpflichtet ihre Ermittlungsakte bis zum 01.03.2010 der Staatswanltschaft Essen zurückzusenden.
Genau aus diesem Grund unterbreitet unsere Kanzlei ihnen nun folgendes Angebot:
Um weiteren Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und anderen offiziellen Unannehmlichkeiten wie Hausdurchsuchungen, Gerichtsterminen aus dem Weg zu gehen, gestatten wir ihnen den Schadensersatzanspruch unseres Mandanten vollständig anonym zu bezahlen. Wenn sie anonym bezahlen garantiert unser Mandant der Staatsanwaltschaft mitzuteilen das der Schadensersatzanspruch irrtümlich gegen sie gerichtet worden ist, und alle Ansprüche gegen Sie fallengelassen werden sollen. Wenn die Staatsanwaltschaft keinen Auftrag hat kann sie auch nicht tätig werden!
Wir bitten sie deshalb den Schadensersatzanspruch von 100 Euro bis zum 01.03.2010 sicher und unkompliziert mit einer Paysafecard zu bezahlen. Eine Paysafecard ist die sicherste Bezahlmethode im Internet und für jeden Bürger anonym an Tankstellen, Kiosken etc. zu erwerben. Weitere Informationen zum PaySafeCard-Verfahren erhalten Sie unter: http://www.paysafecard.com/de/. Senden Sie uns den 16-stelligen Pin-Code der 100 Euro Paysafecard an folgende E-Mailadresse die-zahlungen@betriebsdirektor.de. Wir erkennen sie an ihrer E-Mailadresse und können so ihre Zahlung zuordnen.
Sollten sie diesen Bezahlvorgang ablehnen bzw. wir bis zur angesetzten Frist keinen 16- stelligen Paysafecard PIN-Code im Wert von 100 Euro erhalten haben, wird der Schadensersatzanspruch offiziell aufrecht erhalten und das Ermittlungsverfahren mit allen Konsequenzen wird eingeleitet. Sie erhalten dieses Schreiben daraufhin nochmals auf dem normalen Postweg.
Mit freundlichen Grüßen,
Kanzlei Knil – KUW Rechtsanwälte und Partner.KUW Rechtsanwälte – Thomas Urmann – Chrisopher Lihl – Postfach 10 03 27, 93003 Regensburg – E-Mail anti-privacy@kanzlei-knil.de – Bankverbindung Sparkasse Regensburg Konto Nr XXXXXXXX
Bankleitzahl 750 500 00 – Internet www.kanzlei-knil.de
Bei meinen Recherchen bin ich auf einen Beitrag von Rechtsanwalt Frank Weiß aufmerksam geworden, der dieses Schreiben als Fälschung einstuft.
Das Schreiben entblößt sich recht schnell als Spam, schließlich enthält es die typischen Serienbriefelemente (z.B. (r)-Anrede) oder auch die Formulierung einer Pauschalzahlung von 100 Euro mittels Paysafecard.
Die im Schreiben genannte Internetseite betriebsdirektor.de, führt auf das Domainangebot von GMX.
Alles in Allem nicht sehr professionell gemacht, dennoch bin ich mir sicher, dass es den einen oder anderen Zahler geben wird.
Freitag 26. Februar 2010 um 21:13
wie dreist. und ja, es wird eine menge zahlungen geben, weil sich viele zu schnell eingeschüchtert fühlen und gar nicht erst im netz nachschauen..vielleicht führts auch zum einen oder anderen ehekrieg
grundsätzlich ist es eine schande, grad beginnt man solche zahlungsmethoden wie das cash-ticket oder die paysafecard als zahlungsmittel in onlineshops publik zu machen, weil sicher, nutzen kriminelle sie gleich wieder für ihre machenschaften.
sollen sich doch mal nen gescheiten job suchen..
Samstag 27. Februar 2010 um 16:07
Servus aus Eurem Nachbarland..
Auch ich habe so ein Schreiben bekommen…Zur Info: Ich habe weder eine Tauschbörse angeklickt noch Interesse an Pornofilmen.Ergo handelt es sich um Internetpiraten. Ich habe diesen Schlitzohren ein Mail geschickt, in dem ich Ihnen die Möglichkeit angeboten habe, mich zwischen meiner Hüfte und meinen -zugegeben traumhaften- Oberschenkeln (dies alles auf der Rückseite….Gleichzeitig ein Mail an die Behörden in Regensburg und Wien geschickt. Die Bitte lautete: Tun Sie was und wenn das erledigt ist, schicken Sie mir die Untermenschen. Sie bekommen bei mir die Aufgabe, pro Tag 23 h Spams zu löschen und in der 24 igsten Stunde gibts dann Ohrfeigen bis zum Abwinken.
Das Mail an die Möchtegernkanzlei wurde zurückgeschickt….keine Adresse bekannt. Jede Zahlung wäre eine Spende!!!!!
MEINE TASCHEN SIND VOLL ABER ZU!!!
Lg aus dem Össiland Peter
Montag 1. März 2010 um 12:39
Und die Abzocke geht weiter und wird immer dreister (letzter Beitrag von RA Weiß): http://www.ratgeberrecht.eu/abmahnung/warnung-vor-gefaelschten-filesharing-abmahnungen.html
Donnerstag 4. März 2010 um 16:59
Hallo aus der Schweiz
Auch wir habe ein solches Abmahnungsschreiben erhalten und werden natürlich NICHT bezahlen. Ich finde es eine absolute Schweinerei und die Verantwortlichen sollten hinter Gitter.
Werde ebenfalls meine Informationen an die Polizei in Regensburg senden.
Gruss Daniel