Bezug zu Edelmetallen
Erstellt von buhacont am 17. März 2010
Unsere Neukunden prüfen wir hier sehr genau, zumindest so genau, wie es die Informationsmöglichkeiten des Internets und der öffentlich zugänglichen Quellen erlauben.
So hatte ich heute die Anfrage des Vertriebs, ob wir einen Neukunden akzeptieren können. Meine Aufgabe liegt nun darin, unter anderem zu Recherchieren,
- ob es sich um einen Unternehmer handelt,
- ob Eintragungen im Unternehmensregister vorliegen
- ein Bezug zu Edelmetallen besteht
- die Geschäfte nachvollziehbar sind
- u.v.m.
Bei diesem türkischstämmigen Kunden war ich mir nun nicht ganz sicher, wie ich den Bezug zu Edelmetall bekommen soll, schließlich war das erste Suchergebnis bei Google, dass es sich um ein Reisebüro handelt.
Was tun? Ich entschloß mich, Besim zu kontaktieren und ihm hierzu ein paar Fragen zu stellen. Von ihm erfuhr ich, dass in der Türkei goldene Armreifen das klassische Geld ersetzen, man trau(t)e der eigenen Währung und Banken nicht. Auch ist es wohl verbreitet, dass man eine Art privates “Western Union” betreibt und zur Sicherheit das eine oder andere Schmuckstück hinterlegt. Oder als Pfandhaus fungiert und seinen türkischen Mitmenschen einen Kredit gewährt, der mit Schmuck abgesichert ist.
So kann es also sein, dass mein Reisebürobetreiber durch diese Aktivitäten zu Schmuckstücken kommt, die er nun bei uns aufarbeiten lassen möchte. Es ist für mich plausibel, dass türkische Mitmenschen eher zu einem türkischen Geschäftsmann gehen, als zu einem deutschen Aufkäufer.
Ich habe die Unterlagen zu Kundenanlage weitergereicht.
Der guten Ordnung halber möchte ich noch anmerken, dass der Kunde den Ankauf von Gold in seiner Gewerbeanmeldung aufgeführt hat, aber der Bezug Türkei <-> Reisebüro <-> Gold hat doch erstmal einige Fragen aufgeworfen.
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